HistorieReitrecht

Stellungnahme Bauernverband

24.08.2000
Bauernverband
Uckermark e.V.

Stellungnahme des Bauernverbandes Uckermark e. V.

Volksinitiative der Vereinigung der Freizeitreiter in Deutschland e.V. (VFD) und des Landespferdesportverbandes Berlin – Brandenburg e.V.
zur Änderung des Landeswaldgesetzes
Der Bauernverband unterstützt das Anliegen der Pferdesportler und Freizeitreiter, die derzeit zu restriktive Regelung zum Reiten im Wald durch das Landeswaldgesetz – insbesondere die  § § 20 Abs. 3 und 47 Abs. 2 – zu novellieren. 

Pferde sind von jeher Bestandteil einer landwirtschaftlich geprägten Landschaft , wie Brandenburg es ist. Durch die Technisierung der Landwirtschaft spielen Pferde heute zwar kaum eine Rolle als Arbeitstiere, aber die traditionelle Verbundenheit der Landwirtschaft mit dem Pferd ist erhalten geblieben.

In einer Zeit, in der traditionelle Landwirtschaft immer mehr zurückgedrängt wird und so Arbeitsplätze verlorengehen, müssen alternative Einkommensquellen für den ländlichen Raum und die Landwirtschaft gefunden werden.

Die Pferde stellen hier eine sehr gut geeignete Alternative dar, die in anderen Bundesländern bereits mit Erfolg praktiziert wird.

Die Landwirtschaft profitiert besonders durch die Umstellung auf Pferdehaltung oder das zusätzliche Anbieten von Stall- und Weideplätzen für Pensionspferde und durch Anbau und Verkauf von Futtermitteln.

Letztlich ist auch der Tourismus eine alternative Einnahmequelle für die Landwirtschaft. „Ferien auf dem Bauernhof „verzeichnen hohe Zuwachsraten und schon heute möchten viele Urlauber in Brandenburg etwas mit Pferden zu tun haben. Das Spektrum der Wünsche reicht hier vom gemütlichen Urlaub auf dem Bauernhof über die Kremserfahrt bis zum geführten mehrtägigen Wanderritt. Dieses Potential läßt sich nur entwickeln, wenn eine entsprechende Infrastruktur geschaffen wird, die Brandenburg in der Konkurrenz als „Reiterland“ mit anderen Gebieten (wie z.B. der Lüneburger Heide) mithalten läßt. Die derzeitige gesetzliche Regelung wirkt sehr abschreckend auf Pferdetouristen und hat Brandenburg bereits ein negatives Image als „pferdefeindlich“ eingebracht.

Mit der geforderten Änderung des Waldgesetzes wird das Betretungsverbot der Waldwege für Reiter und Kutschen aufgehoben. Es ist nicht einzusehen, daß Pferde als natürliches Fortbewegungsmittel den Wald nicht benutzen dürfen Wander- und Geländereiten ist eine sehr naturverbundene Sportart. Der Bauernverband wünscht sich eine Gleichberechtigung des Pferdesportes mit Wandern und Radfahren.
Für die Entwicklung der Jugend im ländlichen Raum spielen die Reitvereine eine wichtige Rolle. Sie geben Kindern und Jugendlichen sinnvolle Beschäftigung, lehren verantwortungsvollen Umgang mit Lebewesen und bringen sportliche Erfolgserlebnisse. Der ehrenamtliche Einsatz für die Kinder- und Jugendarbeit in den Reitvereinen muß weiter geführt werden.

Wir wünschen der Volksinitiative der Pferdefreunde viel Erfolg!

Hasche 
Vorsitzender