Solo-Ritt zum kleinen VFD Wanderreitabzeichen
Text und Bilder von Sarah Penz
Nachdem das Verladen für den ursprünglich geplanten Ritt in Zernikow mit zwei weiteren VFD’lern nicht geklappt hat, weil ich im Vertrauen und nicht mit Stress verladen möchte, habe ich mich zwei Tage später getraut einen 2-Tagesritt mit meinem Pferd Greta allein anzutreten: zum Biohof „Hof im Winkel“ nach Thomsdorf.

Die Planung und alles, was zu tun war, lag nun bei mir. Wir zogen los. Das Wetter war mit rund 20 Grad auf unserer Seite. Die Wegstrecke war mäßig, nur das Stück von Warthe nach Brüsenwalde war super. Greta fragte ein paar Male, ob ich mir sicher sei, stapfte aber tapfer weiter und schaltete bald in ihren „Unterwegsmodus“, also tapfer vorbei an allem, was sonst Schrecken bereitet. Sie hörte zu und war ganz bei mir. Pausen auf grünen Wiesen genoss sie.

Auf dem Hof angekommen, nach 19 Kilometern, nahm sie ihren Paddock zufrieden an. Mein Zelt stand daneben. Aus der Erfahrung vom Havelstern, wusste ich, dass ihr das Sicherheit gibt. Nach einem stärkenden Essen mit Leckereien aus dem Hofladen half ich der Hofbesitzern Nikola etwas auf dem Hof. Am Abend kam eine Freundin mit ihren zwei Kindern und wir aßen zusammen draußen am urigen Holztisch mit Blick auf den blühenden Flieder. Wunderschön. Noch ein bisschen Heu für Greta, Wasserkontrolle und ab ins Zelt. In der Nacht Gretas Fressgeräusche, ein bisschen Hufgetrappel, zeitweise ein beruhigendes Brummen von mir zu ihr.
Beim Frühstück plante ich die Rücktour. Die Idee: bessere Wege und vielleicht doch die Chance, das kleine Wanderreitabzeichen zu schaffen. Nikola bestätigte mir, dass der Weg nach Mahlendorf besser sei. Also ging es über Mahlendorf nach Küstrinchen. Wunderschöne Sandwege, endlose Blaubeerwälder, Gras zum Mampfen und Pausieren an den Wegesrändern, auch Wasser zum Anbieten unterwegs.

Von Küstrinchen wollte ich über Gandenitz. Zum Glück hatte ich zusätzlich zur Karte eine App installiert, welche mir nun mitteilte, dass die restliche Strecke noch 22 km betragen würde. Eine kürzere Alternative wurde vorgeschlagen. Ich entschied im Sinne des Pferdewohls und wählte die kürzere Route, auch im Wissen, dass die Abzeichenkilometer dadurch eventuell nicht erreicht würden.

Greta war aufmerksam, schnaubte immer wieder zufrieden. Am langen Zügel ließen wir uns auf das Abenteuer „im tiefen Wald, fernab von den Standardwegen“ ein. Eine Probe war tatsächlich ein feuchter, vom Harvestern zerfahrener Weg. Greta wusste, wo der Boden taugte, und ich ließ sie führen. Dann kamen wir schlussendlich auf den alten Bahndamm, kurz vor Metzelthin. Gretas Schritte beschleunigten sich freudig, es ging nach Hause. Das letzte Stück führten wir, freudiges Wiehern empfing uns. Nach dem Versorgen brachte ich Greta auf ihre Wiese, ein Nasenstupser und ich ging – überglücklich, denn mit genau 30,9km hatten wir die nötige Reststrecke erreicht und ich wusste: Greta hat das für mich gemacht, wir gemeinsam.
Am Folgetag plante ich eine kurze, dem Muskelkater vorbeugende Schrittrunde. Ich war gespannt, wie mir Greta auf der Koppel begegnen würde. Ein freudiger Nasenstupser, wie immer. Sie kam mit mir nach vorne, ausgeglichen. Am Putzplatz: Gesundheitscheck, sanftes Putzen und eine kleine Massage zur Entspannung. Die Schrittrunde stapfte sie fleißig.