Kommunikation am Seil
Text: Juliane Jäde
Bilder: Juliane Walter, Mareike Jäde
„Am Anfang steht immer die Beziehung, aus der wir eine Kommunikation entwickeln. Viele Menschen stecken Pferde in eine für sie völlig unpassende Rolle. Das Pferd ist weder eine Barbiepuppe noch ein Fahrrad. Es ist genauso unfair es zu verhätscheln, wie es zu benutzen. Ehepartner können die Scheidung einreichen, wenn der Partner nicht beziehungsfähig ist. Pferde können das nicht. In einer guten Beziehung sollte man sich aneinander und miteinander freuen können.“(Bent Branderup – aus dem Buch „Beziehungspflege Horsemanship“)
Doch wo beginne ich bei meinem Pferd nochmal mit dieser Beziehungsarbeit?
Und welche Wege gibt es, um mit meinem Pferd in Kommunikation zu treten?

Um sich diesen Fragen anzunähern, haben sich am Wochenende des 11.04. und 12.04.2026 von 9 bis 17 Uhr Mensch-Pferd-Gespanne sowie Einzelpersonen zu einem Seminar bei Juliane Walter auf dem Katharinen-Hof in Emstal getroffen.
Das Seminar trägt den Namen „Kommunikation am Seil“ und die Teilnehmenden setzten sich in theoretischen und praktischen Einheiten mit den oben genannten Fragen auseinander.
Der Tag begann mit einer Theoriestunde, die das Thema Kommunikation zwischen Mensch und Pferd noch einmal schematisch aufgriff, indem die Teilnehmenden anhand eines Modells für sie wichtige Punkte der Kommunikation in Stichpunkten festhielten. Nach zwei Simulationen und einer kurzen Pause ging es weiter mit der Anwendung. Die Mensch-Pferd-Paare prüften und verbesserten die Kommunikation am Seil, bevor die an die Stationen gingen.
In den Stationen wurden Alltagssituationen wie das Putzen, das Führen am Seil oder das Herantreten an die Aufstiegshilfe nachgestellt. Um eine äußere Reflexion über das eigene Verhalten mit dem Pferd zu erhalten, wurde am Samstag jedem Mensch-Pferd-Paar ein Teilnehmender ohne Pferd zugeteilt, der den Ablauf beobachtete und im Anschluss an die zu bewältigende Aufgabe Feedback zur Ausführung gab.
Nach diesem Praxisteil versammelten sich alle zu einer Reflexionsrunde und Pause. Auf die Pause folgte eine weitere Praxiseinheit, in der die Stationen erneut durchlaufen wurden.
Anschließend wurde der Tag mit einer Feedbackrunde beendet. So neigte sich
der Tag dem Ende zu, der in ähnlicher Ausführung, jedoch mit anderen Teilnehmenden, am Sonntag erneut stattfand.
Mir hat dieser Tag mit Juliane sehr viel Freude bereitet, da mir durch die Arbeit an den Basics noch einmal bewusst wurde, wie wichtig ein gezielter Energieeinsatz ist.
Eine kleine Anmerkung am Rande: Wenn die Energie am Pferd vorbeigeschickt wird, geht das Pferd tendenziell nicht dorthin, wo du es möchtest, da es sich nicht angesprochen fühlt 🙂
Ich habe viel über die Wahrnehmung meines Pferdes gelernt. Alles dreht sich um dosierte Energie. Eine feine Kommunikation erreicht man mit klarer Energie und Fokus.
Wer sich noch einmal mit den Grundlagen der Kommunikation mit seinem Pferd auseinandersetzen möchte, dem würde ich dieses Seminar ans Herz legen, welches im Mai und Juli noch einmal stattfindet!