Der vierte Schünower Stern
Text und Bilder: Ute Schüler
Sternritte haben einen großen logistischen und ökologischen Vorteil.
Die Pferde können am selben Standort sein, brauchen kein Gepäck zu tragen und für die Reiter gibt es einige Bequemlichkeiten. So konnten wir vom Donnerstag, den 30. April bis Sonntag, den 03. Mai 2026 die Gastfreundschaft auf dem Kayserhof genießen. Nach und nach trafen die Trailer am Zielort ein, die Pferde wurden ausgeladen und konnten die neue Umgebung von den zuvor aufgestellten Paddocks aus beäugen.
Wir bezogen unsere Zimmer, versorgten die Vierbeiner und wurden durch Nicole,
unserer Gastgeberin, zum Kaffee und Tee mit frisch gebackenem Bananenbrot gebeten.
Nach diesem ersten Kennenlernen wurden die Pferde gesattelt. 10 Reiter- und Pferdpaare hatten an diesem Nachmittag als Ziel den Torfsee, auch um festzustellen, ob wir die ganzen Tage gemeinsam unterwegs sein können. Judith und Jutta sind mit ihren Haflingern in der Zwischenzeit gewandert, da ihnen das Reiten diesmal leider nicht möglich war.

Auf dem Rückweg begegneten wir einer Herde sehr lebenslustiger, übermütiger
Pony-Junghengste, die neugierig bis an ihren Weidezaun getobt kamen. Die in der Nähe befindlichen Kühe hatten zum Glück kein Interesse an unserer Gruppe. Nach gut 11 Kilometern waren wir glücklich und auch ein wenig hungrig wieder zurück. Dank Nicoles perfekter Planung konnte sie selbst mitreiten und uns anschließend trotzdem wunderbar versorgen.
Für die folgenden Tage, beginnend mit Freitag, den 01. Mai, wurden stetig steigende Temperaturen oberhalb von 20° C vorhergesagt. Deshalb haben wir unseren längsten geplanten Ritt von etwa 22 Kilometern nach Glienick zum Weinberg am zweiten Tag realisiert. Das frische Grün an den Bäumen, die blühenden Kräuter ringsum erfreuten unsere Augen. Große und betagte Linden säumten mit ihrem besonders zarten Hellgrün einen Weg, der in der Vergangenheit sicher als Ortsverbindung diente. Heute hingegen gibt es daneben eine Straße, die den aktuellen Anforderungen des Verkehrs gerechter wird. Die Natur an dem von uns gewählten Weg konnte sich aus diesem Grund auffällig frei entfalten.
Es war für mich als Rittführerin stets eine Freude feststellen zu können, dass alle Reiter- und Pferdpaare sehr gut miteinander harmonierten. Folglich ließen sich auch durchaus längere Strecken im Trab und Galopp bewältigen. Der Trockenheit war es geschuldet, dass die letzten Reiter fast in einer Staubwolke verschwanden.

Der dritte Tag führte uns über eine Strecke von etwa 16 Kilometern in Richtung Saalow/Rehagen, sowie am Höllenberg vorbei. Unsere Pferde hatten zu diesem Zeitpunkt noch verhältnismäßig viel Winterfell und somit waren die plötzlichen hohen Temperaturen eine gewisse Herausforderung. Gemeinsames Grillen, Gitarrenmusik und Gesang rundeten den Samstagabend ab.
Für den Sonntag stand natürlich eine obligatorische Abschlussrunde zur Ortschaft Werben mit einer Länge von circa 15 Kilometer auf dem Programm.
Gefühlt viel zu schnell war die schöne Zeit vorbei. Die notwendigen Abreisevorbereitungen waren zu treffen, wie zum Beispiel Sachen packen, die Paddocks säubern, abbauen, die Pferde verladen und die Heimfahrt mit vielen neuen Eindrücken antreten.

Die herzliche Atmosphäre auf dem Kayserhof hat diesem Sternritt den passenden Rahmen gegeben und ich möchte mich an dieser Stelle ganz besonders bei unseren beiden Gastgebern Nicole und Dirk bedanken.