Die Märkische Schweiz
Von Ute Schüler
Fotos von: Sonnenuntergang – Ute Schüler, Pony – Regina Porrmann, Halle – Ralf Triegel, Furth – Erika Reimann
Auf zum kleinsten und zugleich ältesten Naturpark Brandenburgs: Die Märkische Schweiz
Wenn der Sommer der Vergangenheit angehört und sich die Blätter herrlich zu färben beginnen, dann gibt es in dem kleinen Ort Ihlow, Ortsteil der Gemeinde Oberbarnim im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland, ein ganz besonderes Event. Der Märkische Sternritt wurde 2025 bereits zum dritten Mal durchgeführt.
Am 03. Oktober 2025 war das Ziel für alle Teilnehmer der Ponyhof von Dunja und Thies Osiander-Hein, unseren Gastgebern. Bis zum Mittag gab es ein geschäftiges Treiben, denn die Fahrzeuggespanne mit den Pferden trafen ein. Es wurden Paddocks auf den Wiesen aufgebaut, die Pferde mit Wasser und Heu versorgt und die Quartiere bezogen.

Oliver Büxler von der Naturparkwacht kam zur Mittagszeit und erzählte uns viel Interessantes über seine Tätigkeit und auch, dass Pferde im Naturpark immer gern gesehen werden. Er gab uns Hinweise auf ganz besondere Pflanzen und geologische Formen, welche uns in den kommenden drei Tagen begegnen würden.
Nach dem Genuss einer schmackhaften Suppe wurde es Zeit die Pferde zu satteln, um auf Entdeckungstour zu gehen. Heike Müller, unsere Organisatorin, hatte die Streckenführung perfekt vorbereitet und wir starteten zu den Batzlower Teichen. Den Weg säumten Hecken mit vielen Hagebutten, Schlehen (Schlehdorn) und wilden Birnen.

Nach dem Passieren einer kleinen Furt hatten wir unser Ziel die Karpfenteiche, eingebettet von Sandhängen mit seltenen Gräsern, erreicht. Zum Abschluss des Tages wurden wir von einem wunderbar anzuschauenden Abendrot verwöhnt.
Am zweiten Tag
stand ein 30 km-Ritt nach Münchehofe auf dem Programm. Wolken und Wind sagten uns rechtzeitig, dass wir auf gar keinen Fall unsere Regenbekleidung zu Hause lassen sollten. Diese Regen-Prognose bewahrheitete sich tatsächlich. Der Regen im Gesicht war nur außerhalb des Waldes ein gelegentlich auftretender kleiner Störfaktor bei unserer Unternehmung. So kamen wir an der ziemlich tief gelegenen Teufelsschlucht vorbei, um das wundervolle Stobbertal zu erreichen. Sumpfige Wiesen, Erlenbrüche und alte Eichen säumten unseren Weg. Beim Erreichen des für die Pferde avisierten Pausenplatzes hörte es ganz überraschend auf zu regnen – welch eine Freude. Die Pferde ließen es sich verständlicherweise schmecken und wir versuchten warm zu bleiben. Dabei war zweckmäßig angepasste Kleidung natürlich unser bester Freund. Weiter ging es nach Münchehofe zur Familie Huth. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden wir auf das Herzlichste in der Reithalle empfangen.

Die Pferde bekamen an der eigens eingerichteten Snackbar Wasser, Äpfel und Möhren. Für uns war wieder ein reichhaltiges Buffet mit köstlichen Suppen, selbst gebackenem Brot und Kuchen gezaubert worden. Eine exklusive Hofführung rundete den Besuch ab. Zurück in Ihlow erwarteten uns die hervorragenden Erzeugnisse der Pizzaproduktion aus dem Lehmbackofen von Thies. Für die nassen Sachen fanden sich bereits, in Vorbereitung auf den dritten Tag, geeignete Trocknungsmöglichkeiten.
Der dritte Tag
brach an und die Sonne blinzelte wieder durch die Wolken. Uns wurde die besondere Gelegenheit geboten das Lehmstampf-Haus von Dunja und Thies mit dazu passenden Hintergrundinformationen zu besichtigen. Danach hieß es: Pferde satteln und zum letzten gemeinsamen Ritt in Richtung Grunow starten. Die Route führte u.a. vorbei an der einzigartigen Schachbrett-Kirche, etwas außerhalb des Dorfes. Hier ist die Redewendung „doch die Kirche im Dorfe zu lassen“ ausnahmsweise nicht anwendbar!
Wer diesen Naturpark genauer betrachtet, kann dort alle im Bundesland Brandenburg vorkommenden geologischen Formen wiederfinden.
Der Aufenthalt in Ihlow war wieder ein ganz besonderes Erlebnis, geprägt von Ruhe, freundlichen Menschen und viel Natur in Form von stattlichen Bäumen und sauberen Seen.
